11. Mai 2012

Die Schweine können kommen !

Das ist kein Zitat eines Ortsgruppenvorsitzenden irgendeiner extremistischen Partei in einem Vorort irgendeiner Bergischen Kleinstadt. Nein, es ist eine sachliche Feststellung zu meinem ´Oinkville-Projekt´.

   Am Waldrand habe ich eine kleine Lichtung geschlagen und einen rustikalen Schweinestall gebaut. Die Tiere werden auf den 2500 m² genug Auslauf und eine Suhle haben. Den markigen Türgriff habe ich vor Ort beim Aufräumen gefunden. Den Schweinefuttertrog meiner Großeltern habe ich weitsichtigerweise aus Deutschland mitgebracht.

Jetzt müssen die Schweine nur noch kommen :-)



6. Mai 2012

Auf der MillValley Farm werden derzeit vorwiegend dicke Bretter gesägt.

  Und da wir jetzt auch eine Kettensäge für ´große Jungs´ haben und mein Laboratorium im Rohbau fertig ist ( Näheres demnächst bei ´Schöner Wohnen´ ) bleiben manchmal ein paar Reste übrig.

Also habe ich etwas Folie gekauft und wir haben ein ´Greenhouse´ gebaut. Die 25 mal 15 feet sollten für etwas Salat, Kräuter und ein paar Tomaten ausreichen. Ehrlich gesagt, aufgrund der besonderen Wetterbedingungen ist Gartenbau ohne Treibhaus  auf Cape Breton schlichtweg nicht möglich - bzw. sehr frustrierend. Auch im Juni kann es noch Frost geben!

Deshalb haben wir uns entschlossen, neben dem Verkauf von Bauholz demnächst auch Treibhaus-Bausätze anzubieten.



24. April 2012

Geburtstag auf der MillValley Farm !

Die ´Babys´ Max & Moritz werden heute vier Monate alt und sie haben schon meine Haarfarbe.

  Ich bin der mit den roten Hosenträgern.

Manchmal machen sich Max & Moritz auch Strähnchen. Wenn sie sich in der Asche von Feuerstellen wälzen gibt es graue Strähnchen. Manchmal machen sie sich auch braune. ...

Mittlerweile sind sie dicke Freunde mit den Kühen. Sie kriechen häufig unter dem Zaun in den Corall, um nahe bei den Hochländern zu sein. Ab Morgen wird es einfacher. Dann kommen die Rinder auf die Weide.

Die Beziehung zu den Hühnern ist problematischer. Bei den Pranken der Hunde ist die Spielfreude derzeit noch recht einseitig, bzw. für die andere Partei tötlich.

Ich habe einige Zuschriften und Hinweise (aus Deutschland) bekommen, dass man so große Hunde ´gut erziehen´ (=abrichten  [für mich ein schlimmes Wort]) müsse. Das Gegenteil ist hier der Fall. Max & Moritz sind ehrenwerte Arbeitshunde (guard dogs) und keine Stöckchenbringer. Seit Anbeginn patroulieren sie gemeinsam den Farmbereich und das Tal. Sie wissen (instinktiv) besser als ich was zu tuen ist, falls hier nachts Bären oder Kojoten aufkreuzen. Und dann müssen sie eigenständig ihre Entscheidungen treffen. Dabei kann ihnen keiner helfen. Sie sind  wichtige und ´professionelle´ Partner auf der MillValley Farm.

Das einzige was sie lernen müssen ist ´stay!´ und ´come!´ - wegen der Gäste.



13. April 2012

Hier sind Blacky, Blondy und Bella 

Gestern haben Bruce und Terry die Schottischen Hochländer zur MillValley Farm gebracht. Hier bleiben sie jetzt für eine Woche in einem Corall (Pferch) um sich an die neue Umgebung - und die Hunde - zu gewöhnen, bevor sie auf die Weide können. Jetzt heißt es, Zäune errichten. Dabei erinnere ich mich an Jugendfilme wie Bonanza hoch. Adam und Hoss kamen dabei auch immer vom Zäuneflicken. 

In der Nacht hat es wieder etwas geschneit. Bei Südwind haben wir derzeit 23°C und bei Nordwind -3°C. So einfach ist hier die Wettervorhersage.



5. April 2012

Make or Buy - Kaufen oder Selbstmachen

Die Entscheidung, Produkte oder Dienstleistungen einzukaufen oder selbst zu machen, wird üblicherweise nach Wirtschaftlichkeitskriterien getroffen. So auch meine Entscheidung für ein kleines mobiles Sägewerk für den Eigenbedarf.

   Am Montag wurde zunächst mal Platz geschaffen und Milly wurde von Jimmy und Earl eingerichtet. Mittags kam dann die Nachricht, dass die Holzlieferungen für den weiteren Bau des Laboratoriums gesundheitsbedingt auf unbestimmte Zeit ausfallen werde. (Jimmys Bruder hatte sich das Knie verletzt.)

Da war es eine Freude, die Entscheidung treffen zu können, unmittelbar in PRODUKTION zu gehen. In Notsituationen bietet das Selbstmachen eben besondere Flexibilität. Die eigene Axt im Haus macht eben unabhängig.

Und da die Mühle jetzt läuft und hier genug Bäume rumstehen kann man natürlich auf unternehmerische Gedanken kommen.

Das war mal wieder eine spannende aber diesmal kurze Woche. Denn morgen ist ´Good Friday´ (Karfreitag). Und da bleibt die Kettensäge in der Scheune.



1. April 2012

Dringend Mäuse gesucht !

Nun, das tuen viele Kommunen und Regierungen auch. Aber wir suchen spezielle Mäuse. Scheunenmäuse!

Vor geraumer Zeit waren die Mäuse und Eichhörnchen (Squirels) in der Scheune noch die reine Plage. Nichts war vor ihnen sicher.

Seit eineinhalb Jahren haben wir drei Scheunenkatzen.  

Und die haben ihren Job so gut gemacht, dass wir jetzt keine Scheunenmäuse mehr haben. Die armen Tiere leben jetzt von Fliegen und Industriefutter. Bitte helfen Sie uns falls Sie Mäuse haben!

- Nur ernst gemeinte Zuschriften werden beantwortet. -



24. März 2012

Seit Mittwoch trägt die MillValley Farm Ihren Namen wieder zu Recht.

   Das ist die neue ´Mill´ im ´Valley´.

Das neue Sägewerk wird leider nicht mit Wasserkraft betrieben aber dafür ist es mobil einsetzbar.



3. März 2012

LAB-Richtfest auf MillValley Farm   Vielen Dank an Jim (grüne Mütze) und Joe (schwarze Mütze).

Nachdem der Käfig fertig war, wurden drei gewaltige, 8*8 foot ´posts´ zugeschnitten und aufgerichtet.

   Darauf wurde dann ein 24 foot langer ´girder´ montiert und durch 6*6 foot dicken ´joists´ mit den Seitenwänden verbunden. Darauf kamen dann die ´planks´ für den Fußboden der oberen Etage. Zwischenzeitlich hat es natürlich immer wieder mal geschneit.

Dann wurden die 38 ´rafters´ aufgerichtet und mit ´collar ties´ und ´perlins´ fixiert. Während des Baus wurde die Konstruktion natürlich durch jede Menge ´braces´ stabilisiert.

Sie merken schon, neben dem Spaß am Bau habe ich mit Joe und Jim auch noch einen kostenlosen Sprachkurs und Sachkundeunterricht.

Dabei werden natürlich auch viele lokale, politische und kulturelle Themen diskutiert. So wollte Jim einmal wissen, über wie viele Zeitzonen sich Deutschland erstreckt. Oder er fragte nach der Bevölkerungsdichte in Deutschland. Die entspricht ungefähr der dreifachen Gesamtinwohnerzahl von Kanada auf einer Fläche von Ontario. Umgekehrt entspricht die kanadische Bevölkerungsdichte einer Verteilung der Einwohner von Köln (mit Vororten) auf die Fläche des deutschen Staatsgebiets. Dabei bleiben die meisten Kölner in Köln. Denn 4/5 aller Kanadier leben ja auch in Toronto, Montréal, Vancouver und Ottawa.

Bisheriges Resümee: Der Bau eines Holzhauses im Winter ist eine besondere Erfahrung -  die man aber nicht jedes Jahr braucht ;-)



24. Februar 2012

Max & Moritz sind jetzt seit einer Woche auf MillValley Farm.

Bereits wenige Stunden nach Ihrer Ankunft waren sie wieder unbeschwert und quietschvergnügt. Das liegt sicherlich mit daran, dass sie zu zweit gekommen sind.

Mittlerweile haben sie in der Scheune und im Vorgarten die Hoheit übernommen - jedenfalls was die drei Katzen angeht. Und ihr Spielzeug - meinen alten Wanderschuh - suchen sie auch schon selbst aus.

Das Foto vor dem Rohbau meines ´Labors´ möge als Größenvergleich dienen. Jeden Tag und bei jedem Ausflug erweitern sie ihren ´Horizont´. 

Schon jetzt kann man sagen, dass ´die Jungs´ mit ihrem Unternehmungsgeist und mit ihrer Gelassenheit gut ins Tal passen.



12. Februar 2012

Gestern habe ich endlich meinen kanadischen Waffenschein gemacht, um mir eine Winchester zulegen zu können. Kurs und Prüfung schlugen mit 50 $ zu Buche. Und das Ganze dauerte 6 Stunden..

Auf dem Rückweg habe ich mir auf einer anderen Farm ein paar ´Puppies´ angeschaut.

 

Diese kleinen ´Eisbären´ wurden an Heilig Abend (Christmas Eve) auf Christmas Island geboren und sind sechs Wochen alt.

Wenn sie groß sind heißen sie ´Pyrenäenberghund´ und bringen dann etwa 80 kg auf die Waage. Und die brauchen sie auch. Denn als Herdenschutzhunde werden sie die Nutztiere einer Farm - von Huhn bis Rind - vor Kojoten und Bären verteidigen. Seit der Geburt leben sie draußen und haben Spaß dabei. Ab und zu ist natürlich Putz- und Kratzstunde.

Max & Moritz erwarten wir am Freitag auf MillValley Farm.!



4. Februar 2012

Neues vom LAB-oratorium.

Nachdem die Bodenbalken präzise verlegt und verankert waren wurde der Fußboden inklusive Unterbodenschutz gebaut. 

  Zur Isolation wurden zwischen die Bodenbalken Styroporplatten montiert. Damit die Squirrels (Eichhörnchen) das Isolationsmaterial nicht von unten rausreißen und für private Zwecke mißbrauchen, haben wir ´Chicken´-draht unterlegt.

Auf diesen Unterbau werden dann die Fußbodendielen genagelt. Jimmy kennen Sie ja schon.

Bei -10°C kleben die Nägel an den Händen und Handschuhen. Das ist ein echter Vorteil. Da wir uns keinen offiziellen städtischen Bau-Inspektor leisten können wurde diese Aufgabe von einer der neugierigen Scheuenkatzen übernommen.

Und weil wir gerade dran waren wurde auch die erste Seitenwand montiert und aufgerichtet. Üblicherweise wird ein solches Gebäude von mehr als zwei Leuten (guys) gebaut und das Aufrichten der Wände ist somit kein Problem. Wir haben das Problem mit einer Art Ratsche bewerkstelligt, so dass wir die Wandelemente stufenweise liften konnten. Die ganze Wand ist immerhin 36 Fuß lang. Das sind knapp 11m.

Und Montag geht´s weiter ... Ehrensache!




30. Januar 2012

Wenn die Äpfel, bzw. das Apfelmus dem Fuchs, Elch oder Hirsch zu hoch hängen ist das genau das Richtige für die beflügelten Gesellen.

   Am Wochenende stürmte eine Horde von etwa 40 ´Cedar Waxwings´ (Bombysilla cedrorum Vieillot) die oberen Gefilde des alten Apfelbaums. Da hingen noch eine ganze Menge von mehrfach durchgefrorenen und durchgegorenen Äpfeln. Das war eine große Party.

Mit angelockt war auch ein ´American Robin´ (Turdus migratorius Linnaeus).

Das Interessante an den schönen Vögeln ist jedoch, dass sie gemäß dem Standardwerk ´Birds of Nova Scotia´ von Robie W. Tufts (Nimbis Publishing Limiteed, 1986) erst Ende März bzw. Ende Mai hier auftauchen.

Das kann einem schon zu Denken geben, oder?

Ich rufe mal beim lokalen Radio an. Die haben eine monatliche ´Birds hour´. Vielleicht wissen die ja mehr.



27. Januar 2012

   Über die knallig-knolligen Grüße aus Grevenbroich habe ich mich sehr gefreut.

Ich finde mich übrigens auf dem Foto ganz gut ´getroffen´. Liebe Grüße zurück.



19. Januar 2012

Und da Warten nicht gerade eine meiner Stärken ist habe ich mit dem Bau eines neuen Saustalls begonnen.

   Leider hatte mein ATV (Otto) einen elektrischen Nervenzusammenbruch und so musste ich alles mit Muskelkraft bewegen. Die Hebelgesetze, aber auch dreidimensionale Geometrie und mathematiche Näherungsverfahren lernt man beim Bau einer Hütte im Wald ohnehin am besten/anschaulichsten. Und Sport an der frischen Luft ist ebenfalls unübertroffen.



18. Januar 2012

Auf MillValley wird nicht nur gefeiert und gebubbelt. Nein, es wird natürlich auch gearbeitet.

   Gerald hatte im vorigen Herbst schon die Baugrube für mein ´Laboratorium´ ausgehoben und rechtzeitig vor dem richtigen Frost haben Jimmy und ich noch die Punktfundamente  gesetzt. Der ´Rest´ ist selbstverständlich aus Holz. Leider ist die Balken- und Bretterversorgung witterungsbedingt derzeit unterbrochen. Aber das wird schon. Und zwar ein Gebäude von 22 ft mal 36 ft; wie man hier so sagt. Fortsetztung folgt ...




8. Januar 2012

60 !

Ab heute geht es stramm auf die 70 zu.

Und ich freu mich drauf !  



1. Januar 2012

Herzlich Willkommen in 2012 auf MillValley Farm !

In diesen Tagen gibt es in den Medien viele Rück- und Ausblicke auf politische und gesellschaftliche Probleme und Prognosen.

Leider habe ich hier in MillValley keine Glaskugel und die hier zuweilen anzutreffenden Eiszylinder  sind für genaue Vorhersagen leider nicht geeignet.

Deshalb bleibt mir nichts anderes übrig, als hier der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass die Menschheit dem Anspruch,  der in der Bezeichnung ´homo sapiens´ steckt, in diesem Jahr etwas näher kommen möge.

Hiermit meine ich nicht die labormäßigen und isolierten intellektuellen Leistungen Einzelner, die im medizinischen, technischen und wissenschaftlichen Bereich zu großen Fortschritten geführt haben.

Nein, es geht darum, dass ein Großteil der Menschen die Vernetzung allen Handelns versteht und sich ihrer  Verantwortung bewusst wird.

Einerseits stehen die Chancen gut. Die desaströsen Auswirkungen von individuellen Fehleistungen in der globalen Finanzwirtschaft sind gigantisch. Genauso offensichtlich ist die Situation beim Weltklima. Die USA verzeichneten in 2011 eine Verdopplung des Maximalwertes bei den alljährlichen Klimakathastrophen und weltweit sieht es nicht besser aus. Flutkatatrophen, Tornados und Dürreperioden ungekannten Ausmaßes bedrohen die Menschen. Die Befunde sind stark und eindeutig. Ein echter ´homo sapiens´ müsste also leicht seine Schlüsse ziehen können.

Andererseits verfügen Menschen offensichtlich über enorme Fähigkeiten, unliebsame Fakten zu verdrängen und in altgewohnten Mustern zu verharren. Der kölsche Gedanke, ´Et es noch immer joht jejange!´, hat wohl globale Verbreitung gefunden.

Diesmal sind die Fakten aber nicht zu leugnen oder zu beschönigen.

Wohl jeder von uns kennt irgendein Bild oder einen Kinder- oder Dokumentarfilm mit einem Eisbär auf einer schmelzenden Eisplatte. Ist es so schwer zu verstehen oder anzuerkennen, dass wir uns in der gleichen Situation befinden?

Ich wünsche allen einen Guten Start,

Wilfried Pesch