... mit MURPHY.
20. Februar 2011, 21:23
Der große rote und der kleine blaue (links unten) Koffer sind gepackt.
21. Februar 2011
Wegen des Lokführerstreiks bringt mich mein Bruder mit meinem Neffe zum Flughafen. Die frühe Fahrt am Montag ist wider Erwarten völlig problemlos. Am Vortag war jedoch noch kurzfristig die Autobatterie seines Autos verreckt.
In Düsseldorf - nach der angenehmen Fahrt - angekommen schlägt MURPHY gnadenlos zu. Ich erfahre, dass ich auch für einen Zwischenstopp in Chicago eine Betretungsgenehmigung brauche.
Dieses Dokument habe ich nicht. Die Regelung ist für mich gänzlich neu und im Internet hatte es auch keinen Hinweise gegeben.
´Ich erinnere mich an eine Indianergeschichte, die ich in meiner Jugend gelesen hatte. Dort hatte ein Indianerhäuptling seine Krieger die feindliche Kavallerie erst nach deren Passage eines Canyons angreifen lassen. Während der Passage durch den Engpass wären die Soldaten sehr aufmerksam und angespannt gewesen aber nach der Durchquerung waren sie locker und sorglos. MURPHY muss das Buch wohl auch gelesen haben.´
Also quäle ich mich im Gang mit Handy, Pass, Flugschein und Checkkarte bewaffnet durch eine administrative Prozedur mit Telefonautomaten und Callcentermitarbeitern.
Aber schließlich hat es noch rechtzeitig geklappt. Das Gepäck sollte direkt nach Halifax durchgeschleust werden.
Abschied von meinem Bruder und einer ´jecken Giraffe´ in Düsseldorf.
Der Flug mit der Lufthansa ist sehr ruhig und erwartungsgemäß angenehm und komfortabel.
Die ´Giraffe´ im Flughafen von Chicago sieht gänzlich anders aus.
Als erste Überraschung in Chicago muss ich mit dem gesamten Gepäck nochmals durch die Sicherheitskontrolle.
Nach einer circa vierstündigen Phase von wetterbegründeten Terminverschiebungen wird der Flug schließlich gegen 21:30 gänzlich gestrichen.
Nach intensivem Hin- und Her entscheide ich mich für einen Flug nach Ottawa. Das ist zumindest die richtige Richtung.
Die Koffer haben die scharfe Kurve natürlich nicht geschafft und sind für einige Zeit im Orbit.
Gegen ein Uhr morgens kommen wir auf dem netten aber toten Flugplatz in Ottawa an.
Ein Hotel lohnt sich natürlich nicht mehr und so schlage ich mir die Stunden bis zum Morgen auf einer Bank in der Halle um die Ohren.
Das hat auch den Vorteil, dass ich natürlich beim Einchecken so gegen 4:45 ganz weit vorne bin und einen Sitzplatz nach Halifax ergattere.
Gleich in der Ankunftshalle fällt mir ein Prospekt in einem Werbeständer ins Auge.
MURPHY ist also auch schon da.
Die Koffer sind erwartungsgemäß noch nicht da, sollen aber zur MillValley Farm gebracht werden.
Im Tal angekommen atme ich erst mal richtig tief durch.
Das geht hier sehr gut.
Das war vorgestern.
Gestern hat sich ein Taxi - kein Allrad - aus Sydney den Weg von der Hauptstraße bis zum Farmtor hochgequält.
An dieser ansteigenden Engstelle fuhr es siich dann allerdings brutal fest.
Rausschieben oder drücken ging nicht. Dafür war der Wagen zu tief eingesunken.
Um ihn ziehen zu können hätte man mit dem Trecker auf der anderen Seite des Tores sein müssen. Der Weg war jedoch durch den Havaristen versperrt. Typisch MURPHY.
Es blieb also nichts anderes übrig, als einen Abschleppwagen zu bestellen.
Und dabei war doch so gut geräumt.
Und jetzt ´hab ich Rücken´;-(
Das´ Abenteuer´ hat begonnen!