25. April 2011
Mein Bruder hat bei einem Skype-Gespräch erwähnt, dass es in Deutschland sehr warm sei und die Leute Grllen was das Zeug hält.
Gute Idee! Aber vor dem Grillen muss man hier erst mal Holz besorgen.
Dabei passiert es wohl jedem Greenhorn einmal, dass die Kettensäge festklemmt. Dann muss archaisches Gerät ran. Und zum Schluss geht alles wieder mal mit einem leichten Fingerstups.
FROHE OSTERN !
10. April 2011
Als ich gestern aus meinem neuen Bürofenster schaute
kam die Elchkuh mit ihrem Nachwuchs vorbei.. Diesmal schauten sie nach verbliebenen Äpfeln und zogen dann weiter.
5. April 2011
Die ersten ´Labormuster´ sind fertig.
Bei der Weißbierherstellung mit Weizenmalz und Hallertauer Hopfen hat soweit alles geklappt. Von großer Bedeutung ist wohl der Zeitpunkt der Flaschenabfüllung. Beim ersten Versuch hatte ich den Gärvorgang im Topf bis zum Ende durchlaufen lassen, so dass die in der Flasche verbelibende Hefe keinen Zucker mehr fand. Daurch enstand in der Flasche zu wenig Kohlendioxid und der Hopfen machte das Bier sehr herb. Beim nächsten Mal werde ich etwas früher abfüllen um in den Flaschen besser nachzugären. Oder haben Sie einen besseren Tipp?
Auf jeden Fall macht das Selberbrauen Spaß und führt zu einem ganz neuen ´Bierbewußtsein´.
Den angefallenen Treber (ausgekochte Maische) habe ich mit Sauerteig vermischt. Dazu kamen noch eine richtige Menge an Koriander, Fenchel, Kümmel, Anis und etwas Salz. Und nach eineinhalb Stunden hat man ein duftendes, leckeres und kerngesundes Treberbrot .
Und auch hier gilt das Gleiche wie beim Bier. Durchs ´Selbermachen´ erhält man eine ganz andere Beziehung zu seinen Lebensmitteln. Man sieht und fühlt die Qualitäten und Zutaten, versteht die Prozesse und Einflüsse. Das Lesen der kleingedruckten Zutaten, Stabilisatoren, Färbemittel und Geschmacksverstärker auf den Lebensmittelverpackungen beim Discounter ist da wirklich keine Alternative.
Möchten Sie die Rezepte haben?
2.April 2011
Heute kam Jimmy
auf einen Kaffee vorbei und wir haben ein paar ´Projektchen´ durchgesprochen. Jimmy ist hier auf MillValley die gute Hand fürs Bauen, Reparieren und Beschaffen. Leider hatte er sich vor einigen Monaten eine böse Verletzung zugezogen und die Realisierung einiger meiner Ideen wird wohl noch eine Zeit warten müssen. Die Unfallursache war ein Eichhörnchen (squirrel).
Sie werden sich vielleicht fragen, wie ein Eichhörnchen eine ernsthafte Verletzung verursachen kann. Nun, man muss wissen, dass diese putzigen Nager hier massenhaft vorkommen, sehr dreist sind und stellenweise als richtige Plage auftreten.
Also Jimmy war - auf dem Rücken liegend - mit einer Reparatur unter einem Haus beschäftigt als ihm ein solches Tier ins Hosenbein kletterte. Indbesondere männliche Leser werden spontan nachvollziehen können, dass dies bei Jimmy einen kurzfristigen Panikanfall auslöste und er Werkzeug und schwere Bauteile fallen ließ. Dabei zog er sich einen Sehnenabriss zu. Aber wie Sie sehen können, lacht er wieder.
Deshalb sei hier nochmals an die kanadische Schulweisheit erinnert: "Die Hosenbeine immer in die Gummistiefel!"
1. April 2011
Aufgrund meiner exzellenten Kontakte zu Behörden und Politikern aller Parteien ist es mir binnen sehr kurzer Zeit gelungen, der Farm in Kanada einen neuen Namen zu geben.
Mit den besten Grüßen nach Radevormwald ;-)
25. März 2011
Mein Rücken hat sich immer noch ´innendienstkrank´ gemeldet und so habe ich gestern einen Labortag eingelegt.
Ich habe zum ersten Mal Bier gebraut. 
Natürlich nach dem Deutschen Reinheitsgebot. So richtig aus Maische mit Hopfen und Hefe.
´You´ll do it just from scratch?´ , hatte der Verkäufer in einem Fachgeschäft in Halifax verwundert gefragt, als ich ihn nach Hopfen und Weizenmalz gefragt hatte. In diesen Fachgeschäften werden hauptsächlich fertige Pulver und Sirups verkauft, aus denen man so etwas wie Bier oder Wein machen können soll :-)
Außer einigen großen Küchengeräten, einem Thermometer, einer Bierspindel und Jodlösung für den Stärkenachweis braucht man eigentlich nur viel Zeit fürs Kochen und Abkühlen. Und die bekam ich ja von meinem Rücken geschenkt. Als Nebenprodukt des Brauens habe ich gestern schon den Treber erhalten. Das ist das ausgekochte aber sehr eiweißreiche Malz. Daraus wurde früher Treberbrot gebacken. Mach ich natürlich auch.
Der Bierwürze, das ist der ausgekochte und gefilterte Sud aus der Maische und dem Hopfen, habe ich gestern die Bierhefe zugegeben. Die hat über Nacht gut gearbeitet, wenn auch das Ergebnis nicht besonders ästhetisch ausschaut. Und am Sonntag wird abgefüllt. Ich meine natürlich die Flaschen :-)
20. März 2011
Es ist so um die Null und strahlender Sonnenschein.
Das lockt nicht nur mich zu einem Frühlingsspaziergang !
Zwei Elche (moose) haben schon mal an der Scheune vorbeigeschaut.
19. März 2011
Gestern kam der ´rote Koffer´.
Shamus links, Paul vor dem Truck und Joe auf der Brücke.
Der Truck sollte zwischen 8 und 9 auf der Farm ankommen. Für diese Zeit hatte ich auch Joe und Shamus (Verwandte von Jimmy) zum Helfen gebeten. Kurz nach 10:30 Uhr kam Paul, der Fahrer auf der Farm an - zu Fuß! Er wollte sich zunächst den aufgeweichten Weg bis zur Farm genauer anschauen, da er schon an der Brücke über den MillValley Bach kleinere Probleme hatte. Dort trafen wir dann auch die beiden Helfer, die zufällig zeitgleich eingetroffen waren.
Nach einigen Überlegungen und Versuchen klappte dann alles hervorragend und die gesamte Ausrüstung ist heil in der Scheune verstaut. Der Frühling kann kommen!
Angefangen hatte die Woche mit einem ZOLL-Termin für Montag im Hafen Halifax. Das bedeutete Abfahrt am Sonntag Mittag. Beim Zoll gab es dann ein paar kleinere Probleme, die dann am Dienstag gegen 15:00 Uhr geklärt waren, so dass ich am Mittwoch die Heimrese antreten konnte. Jetzt bin ich ein ´seasonal Visitor´ und kenne mich mit den kanadischen Zollbestimmungen noch etwas genauer aus.
Der wesentliche Lerneffekt besteht jedoch darin, dass ich jetzt weiß, dass man auch für ´kurze´ Erledigungen möglichst Alles mitnehmen sollte, was man irgendwie brauchen könnte. Nicht nur an Unterlagen.
Insbesondere muss man ´klamotten-technisch´ daran denken, dass sich das Wetter sehr kurzfristig und drastsich ändern kann. Packen Sie am besten immer für einen Kurzurlaub über zwei Jahreszeiten.
6. März 2011
Da sich mein ´Rücken´ nicht mehr so anstellt habe ich einen kleinen Ausflug gemacht.
Zunächst bin ich mal an den Strand gefahren.
Am Horizont erkennt man das Treibeis, das die Küste aber noch nicht erreicht hat.
Mopeds durchleben hier im Winter eine seltsame Metamorphose.
Das Rudelverhalten der Besitzer ist aber ähnlich;-) Hier bei der ´Big Intervale Fishing Lodge´in Margaree Valley.
Die Landschaft kann man natürlich auch leise und ganz entspannt mit Langlaufskie oder Schneeschuhen genießen.
Anfang März 2011
Der viele Schnee, mein ´Rücken´ und ein wackeliges Internet sorgen dafür, dass der Start recht gemächlich anläuft.
Weil ich es sowieso nicht ändern kann, definiere ich, dass es so gut ist, wie es ist.
Und es ist ja noch früh im Jahr.
Auch wenn die Seeadler auf der gegenüberliegenden Talseite
das offensichtlich anders sehen.
Ich jedenfalls lasse mich noch ein paar Tage auf das ´slow-living´ ein.
Und der Fuchs
schaut morgens regelmäßig zum - bzw. auf dem Weg zum - Frühstück rein.