20. Juli 2011
Wenn ein Hausdach* undicht ist sagt man (seinem) Jimmy** Bescheid und der informiert seinen Bruder oder Schwager.
Und dann geht es irgendwann los.
Während der Reparaturzeit kann man natürlich an den Strand gehen oder einen Ausflug in die ´Highlands´ machen.
Ich empfehle jedoch, kräftig mit anzupacken. Dabei erfährt man das Neueste aus der lokalen Gesellschaft und Kultur, bekommt einen kostenlosen Lehrgang in Werkzeug- und Methodenkunde und kann dabei auch noch sein ´Gälisch´ aufpolieren.
* oder ähnliches
** Name frei erfunden
Nachsatz: Soeben erfahre ich, dass sich der Termin für den Teichaushub nochmals verschiebt. Ich glaube, ich gehe jetzt in den Wald zum Bäumefällen ;-)
16. Juli 2011
NEIN !
Das sind keine neuen Fotos aus dem Wiebachtal in Radevormwald.
Nein! Ein hiesiger Nachbar hat einen Teil seines Grundstückes ´clearen´ lassen, um ein paar Dollar in die Kasse zu spülen. Auch hier wurde mit Vollerntemaschinen (Skiddern) der Waldboden massiv beschädigt und der Bach mit schwerem Gerät ruiniert.
Obwohl es sich nicht - wie beim Wiebachtal in Radevormwald - um ein Naturschutzgebiet handelt wurden in dieser Woche Mitarbeiter der zuständigen Wasserbehörde hier gesehen. Denn in Kanada wird nicht nur das Thema WALD groß geschrieben sondern auch der NATUR- und der WASSER-schutz. Schau´ mer mal was hier passiert.
Die zuständigen und verantwortlichen Kreis- und Landes-Behörden in Gummersbach und Köln/Düsseldorf haben sich ja wohl still und dummdreist ins Dickicht oder in ihre Amtsstuben verzogen. ´Aussitzen´ heißt das ja wohl. Und das ist ja der eigentliche Skandal! Der Wald wurde ohne Auflagen zum Höchstpreis verkauft und dann hat sich das Land auch noch den Naturschutzorden angeheftet. Und jetzt sollen Gras oder Douglasien über die ganze Sache wachsen.
Auf meinem Heimweg habe ich heute einen alten, schönen, steilen und beinahe zugewachsenen Trail benutzt, auf dem früher das Holz per Pferd gezogen wurde.
Der Weg war wohl nie breiter als ein einzelner Reifen einer heutigen ´Vollerntemaschine´.
13. Juli 2011
Das sind nicht Charlys Tanten sondern das sind Charlys Kinder!
´Unser Weißkopf-Seeadler´, der seinen Namen nach Charles Lindberg trägt, hat mit seiner Frau seit März an den Kids rumgebrütet. Bis zur Erlangung der Flugfähigkeit wird es aber noch ein paar Wochen dauern.
Übrigens: In Baddeck (30 min von hier) fand der erste kontrollierte Motorflug eines Fluggerätes im Britischen Empire statt. Der Silver Dart, eines von Dr. Bells (klingelt hier was?) ersten Fluggeräten, hob am 23. Februar 1909 von der zugefrorenen Baddeck Bay ab.
9. Juli 2011
Raccoons können Sachen, die Katzen nicht können.
Zum Beispiel kann er an einem mannshohen verzinkten Metallrohr hochklettern und einen Überhang überwinden um an Vogelfutter zu kommen.
Und er kann auch wieder runter.
´Am Morgen danach´ war der große putzige Kerl dann in der Falle und ich habe ihn in die Highlands gebracht. Dort muss er jetzt - bis auf Weiteres - ohne Gartenfrüchte und ohne Vogelfutter auskommen.
28. Juni 2011
Aufgrund meiner ´elektrischen´ Vergangenheit - ich habe sogar mehrere Jahre ehrenamtlich in Normungsgremien mitgearbeitet - interessiere ich mich natürlich noch immer für Steckvorrichtungssysteme und andere Normen und Systeme.
Bekannt ist der ´amerikanische 110-Volt-Stecker´.
(links im Bild). Dieser hat hat in etwa die Dimensionen des Eurosteckers - die Kontakte sind jedoch wesentlich windiger/biegeempfindlicher. Für Elektroherde und Wasserpumpen gibt es auch eine 220-Volt-Steckvorrichtrung (rechts). Verglichen mit unserem 220-Volt-SCHUKO-Stecker ist dies ein gewaltiger und unhandlicher `Kawenzmann´. Diese Steckersysteme sind auch hier in Kanada üblich.
In Kanada gilt offiziell das metrische System; also Millimeter, Meter und Km. Aber das findet nur auf dem Papier - bzw. auf Verkehrsschildern statt. Dort findet man Km-Angaben. Ansonsten dominieren die ´Inches´, ´Feet´ und ´Meilen´ den Altag und die Baumärkte. Doch aufgepasst! Die Maßangaben z.B. für Bretter und Balken muss man ´umrechnen´. Ein Balken mit dem offiziellen Querschnitt 4 Inches mal 4 Inches (kurz: four-by-four) hat nur eine Kantenlänge von 3,5 Inches. In Kanada weiß das jedes Kind. Ich musste das lernen. Vermutlich handelt es sich um eine versteckte Preiserhöhung aus der Vergangenhgeit. Es ist eben alles schon mal dagewesen.
Ärgerlicher ist der Systemmix von mm und inches natürlich bei Maschinen und Anlagen. Man weiß im Vorhinein nie, ob es sich bei einer Säge, einem Trecker oder einem Anhänger um metrische oder ´zöllige´ Schrauben und Muttern handelt. Alles ist möglich. Deshalb sind hier wohl die variable einstellbaren Schraubenschlüssel so beliebt. Damit ruiniert man auf die Dauer natürlich sowohl die Werkzeuge als auch die Schrauben und Muttern. Aber das ist ja auch Umsatz.
Und dann ist da noch die unüberschaubare Zahl von Schraubenkopfvarianten von plus/minus über square und sechseckig bis Torx.. Aber das ist eine andere Geschichte.
Übrigens, die km-Angaben auf den Verkehrsschildern sind kein wirkliches Problem. Volkstümlich gibt man die Entfernung zwischen zwei Städten ohnehin in Stunden an.
19. Juni 2011
artgerechte Quadhaltung!
In Deutschland führen die Quads ein entspanntes Leben. Chromblitzend und poliert fahren sie über kleine Landstraßen oder warten auf ihr Herrchen vor der Eisdiele.
Hier in Kanada sehen diese Fahrzeuge anders aus.
Das ist Otto
. Mein Helfer für die leichte Waldarbeit.
Er hat einen Rucksack, ein Wägelchen und trägt vorne die Kettensäge. Immer griffbereit!
Er ist schwarz-rot lackiert mit goldenen Rucksackgriffen. Damit alles klar ist ;-)
12. Juni 2011
Haben Sie Übergewicht? Oder leiden Sie unter Fettleibigkeit?
Dann kommen Sie nach Kanada! Nach wenigen Flugstunden gehören Sie zu den Normalgewichtigen! ;-)
Scherz beiseite. Ähnlich wie in den USA gibt es auch hier in Kanada das Problem des ernährungs- und bewegungsbedingten Übergewichtes bei einer zunehmenden Anzahl von Bürgern.
Da bleibt nur eins: Kaufen Sie sich ein Stück Wald und eine Kettensäge!
Trotz Hummersaison, Steaks, Pasta und regelmäßigem Bauernfrühstück habe ich seit meiner Ankunft 10 kg an Gewicht abgenommen und ich fühle mich ´sauwohl´ dabei.
Mit den besten pfingstlichen Grüßen von der MillValley Farm
7. Juni 2011
Darf ich vorstellen?
John Bonner, 91, emeritierter Professor für Biologie in Princeton.
John ist ´Sommergast´ in Margaree. Seit 50 Jahren verbringt er - früher mit der gesamten Familie - den Sommer in seinem Haus in Margaree-Harbour. Darüber hat er ein kleines Buch geschrieben, das bald veröffentlichet werden wird.
Gestern hatte John eingeladen. Und es gab Hummer mit Dillsauce und Reis. Wie gesagt, es ist noch Lobster-Saison. Im Anschluss Vanilleeis mit ´Maple Syrup´ aus Cape Breton. John ist regelmäßiger Nutzer der Wanderwege um MillValley Farm. Man sieht sich also öfters.
27. Mai 2011
"Alle Vögel sind jetzt da !"
Alle? Ja! Die Kolibris sind auch eingetroffen. 
Die winzigen Kerlchen fliegen über den Golf von Mexiko, nur weil es hier so schön ist ;-)
21. Mai 2011
Die ersten Besucher aus Radevormwald ! ! !
- und ich war nicht da :-(
Am Donnerstag waren Heidi und Volker Schlicker als erste Besucher aus Radevormwald auf der MillValley Farm.
Es sollte ein ´Überraschungs- drop in´ sein. Leider war ich nicht zuhause. Und so habe ich (nur) einen lieben Gruß und dieses Foto von Schlickers erhalten. Die Beiden machen eine mehrwöchige Rundreise per Wohnmobil durch Nova Scotia und auf der Prince Edward Insel.
Ich war zu dieser Zeit ´auf dem Festland´, wie die Insulaner hier sagen und habe mir eine feuerrote Arbeitshilfe für die leichte Waldarbeit abgeholt: ein POLARIS-550-ATV * mit einer 2-to-Winde. Diese Fahrzeuge sind leichte und naturschonende Arbeitsgeräte für schwierigeres Gelände. Eine Straßenzulassung wie in Deutschland gibt es in Kanada dafür nicht. Man darf nur im Gelände und auf speziellen Trails damit fahren. Am Freitag habe ich natürlich schon mal die ersten Bäume gezogen.
* ATV: All-Terrain-Vehicle
16. Mai 2011
Ende voriger Woche war Gary
(Koziel) hier .
Gary ist Coordiantor des Landwirtschaftsministeriums in Nova Scotia. Ich habe ihm die Pläne und Teilprojekte für die Reaktivierung von MillValley vorgetragen und er war recht begeistert. In einer E-Mail an seine Kollegen bezeichnete er das Projekt als ´agri-tourism/lifestyles farm in Margaree´. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.
Im Gespräch meinte Gary, dass man nicht alles gleichzeitig angehen sondern Prioritäten bilden sollte. Das ist durchaus nachvollziehbar. Aber als etwas älterer Manager weiß ich auch, dass es aus technischen, wirtschaftlichen oder bürokratischen Gründen immer mal wieder Probleme und Projektabbrüche geben kann. Da habe ich eben lieber ein paar Ideen und Projekte mehr im Köcher als unbedingt erforderlich sind.
Am Schluss des dreistündigen Gesprächs bot Gary noch an, dass das Mitarbeiter des Ministeriums kostenlos einen Businessplan erstellen könnten. Natürlich kann es nicht schaden, wenn sich mehrere Leute mal ein Thema unter die kritische Lupe nehmen. Insbesondere die Marktchancen, Kosten und Preise werden so mal unabhängig ein geschätzt.
So liebe ich Mitarbeiter von Behörden
11. Mai 2011
Seit dem 1. Mai ist in Cape Breton Hummersaison .
Deshalb ist dies derzeit ein heufiges Bild wenn man zum Dinner eingeladen wird. Aber bitte ohne Smoking. Jeans und T-Shirt passen wesentlich besser zu diesem urigen Essen. Dazu gibt es üblicherweise Brot, Kartoffelsalat und flüssige Butter. Aber vorerst bleibe ich bei Knoblauchmajonaise.
Die Angler haben dagegen immer Saison. Sie sind vor einigen Wochen lediglich vom Eis der zugefrorenen Seen und Meeresbuchten aufs Festland zurückgekehrt.
Hier gibt es natürlich Regeln.
Übrignes, Angeln ist hier Familiensport und keine Männerdomaine.